London Conference 2018

Am 20. Oktober 2018 spielten wir von der Steelband Extempo in London im Rahmen der zweijährlich stattfindenden internationalen Steelpan-Konferenz auf – „grosses Kino“ für uns. Wir waren am Steelbandabend der Hauptact, im geschichtsträchtigen „Tabernacle“ in Notting Hill. Die Konferenz hat die Förderung von „Carnival Art: Steelpan, Calypso and Mas(querade)“ zum Ziel.

Extempo mit Ebony im Yaa Centre, London 2018

Bereits am Vorabend spielten wir in London. Das gemeinsame Konzert mit der Ebony Steelband fand im Yaa Centre statt. Die beiden Bands lösten sich mit je zwei Sets ab – Unsere Zusammenarbeit mit Ebony geht weit zurück. Schon im 2003 haben wie zusammen gespielt an einem legendären Abend in Männedorf. Der gute Spirit von damals war gleich wieder präsent., tolle Stimmung, Respekt und Bewunderung für die jeweils anderen. Zum Schluss haben wir Solisten zum Mitspielen eingeladen. Zu „Old Lady walk a Mile and a Half“ and „Falling in Love“ glänzten neben unseren eigenen Solisten Daniel Canzani und Markus Jordi die zugezogenen Samuel Dubois (Ebony) am Double Second und Tamla Batra am Single Tenor. Tamla ist ja in der Schweiz gut bekannt.

Extempo im Tabernacle, London 2018

Auch am Samstagabend im Tabernacle gab es herzlichen Applaus und viel Lob für Extempo. Allerdings war das Programm im Rückstand, bevor wir als letzte Band auf die Bühne konnten. Wir mussten deshalb unseren Auftritt kürzen. Auch für die Einladung von Gastsolisten reichte es nicht mehr. Das Publikum wollte mehr hören, aber die Sperrstunde in London ist streng.

Extempo vor dem Tabernacle, London 2018

Während die Bandmitglieder per Flugzeug reisten, wurden die Instrumente (Steelpans, Perkussion) per Camion auf dem Landweg nach und in London transportiert. Mit regulären Bulletins informierte die Cargo-Gruppe die restlichen Extempos. Einiges stellte sich dabei sehr bald (aber erst in London) als „Fake News“ heraus. So wurde u.a. über einen nötigen Radwechsel (inkl. Aus-/Einräumen der Ladung!) oder über eine Kontrolle durch eine mobile französische Grenzwachteinheit (mit Konfiszierung der nicht deklarierten Schlagzeug-Sticks) berichtet, die nie stattfanden…

Die Steelpans im Kleinlastwagen mit den grossen in der Fähre nach London, 2018

Die Kosten für Organisation und Durchführung des Projektes waren ausserordentlich und wurden zu einem grossen Teil durch die Bandmitglieder selbst getragen. Der Transport der Instrumente wurde mit 3‘500.- Franken budgetiert und mittels Crowdfunding-Projekt „London Calling“ (über)finanziert. So konnten die Kosten für Fahrzeugmiete, Verzollung, Fährkosten und Unterkunft der Crew vollumfänglich gedeckt werden. Als Gegenleistung für kleinere oder grössere Spenden wurden spannende Gegenleistungen (auch für Firmen) angeboten.

Projekte dieser Art sind in vieler Hinsicht bereichernd und motivierend. Dabei verlassen wir unseren gewohnten Übungsraum resp. -rhythmus, zeigen das Steelpan als vielseitiges Instrument und präsentieren die grosse Stilvielfalt unseres Repertoires. Die vorbereitenden Proben waren intensiv und sehr produktiv. Vor kurzem zu Extempo gestossen und auch in London dabei war der bekannte Perkussionist Willy Kotoun.

Bericht: Martin Grah / Markus Jordi
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